kurz & bündig: Beratung zu depressiven Verstimmungen

Depressive Verstimmungen zeigen sich unter anderem durch Müdigkeit, Schlafstörungen, Apathie, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Angst oder Schmerzen. DAS PTA MAGAZIN erläutert medikamentöse und nicht medikamentöse Lösungen für Betroffene.

von Stefanie Fastnacht
28.11.2025

depressive Verstimmungen
© Foto: AntonioGuillem/ Getty Images / iStock
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Hintergrund

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Menschen, die unter depressiven Verstimmungen leiden, weisen vereinzelte Symptome einer Depression auf. Zu den häufig auftretenden Beschwerden zählen Müdigkeit, Schlafstörungen, Apathie, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Angst oder Schmerzen. Wichtig zu wissen ist, dass die Symptome im Unterschied zu Depressionen über einen kürzeren Zeitraum auftreten und einen geringeren Schweregrad aufweisen. Wird nicht gegengesteuert, kann sich aus einer depressiven Verstimmung eine Depression entwickeln. Auslöser vorübergehender Stimmungstiefs können Todesfälle, Stress, körperliche Beschwerden oder Misserfolge im Berufsleben sein. Auch soziale Isolation, wie während der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Quarantänemaßnahmen, fördert gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit.

Das Gleiche gilt für die dunklen Wintermonate. Hier scheint der Lichtmangel eine wesentliche Rolle zu spielen. Es wird vermutet, dass im Winter das Schlafhormon Melatonin nicht nur nachts, sondern auch tagsüber vermehrt ausgeschüttet wird, was Abgeschlagenheit und Müdigkeit begünstigt.

Selbstmedikation, ja oder nein?

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Für Menschen, die unter depressiven Verstimmungen leiden, ist die Apotheke oft eine erste Anlaufstelle. Bei der Beratung sollte das pharmazeutische Personal genau hinhören. Ist das aktuelle Stimmungstief des Kunden nachvollziehbar und braucht dieser lediglich Unterstützung bei der Verarbeitung, spricht nichts gegen eine Empfehlung von OTC-Präparaten oder Tipps zu Lebensstilmaßnahmen. Die Auswahl eines passenden OTC-Präparates orientiert sich dabei immer an den vorherrschenden Symptomen.

Es stehen Formulierungen mit stimmungsaufhellenden, beruhigenden und angstlösenden Wirkstoffen zur Verfügung, wobei die Übergänge oft fließend sind. Kristallisieren sich im Beratungsgespräch keine Ursachen heraus, dauert die Symptomatik schon länger als zwei Wochen ununterbrochen an und kommen vielleicht noch Hoffnungslosigkeit, Selbstverletzungs- und Suizidgedanken hinzu, sollten Sie als PTA hellhörig werden und zur Abklärung durch einen Facharzt oder einen Psychotherapeuten raten. Schwangere, Stillende und Kinder sind ebenfalls kein Fall für die Selbstmedikation, sondern gehören in die Hand eines Experten.

Phytopharmaka

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© Foto: cornecoba / Getty Images / iStock

Johanniskrautextrakt (z. B. Laif 900 Balance) mit den Wirkstoffen Hyperforin, Hypericin und Flavonoiden wirkt stimmungsaufhellend und ist gegen leichte depressive Verstimmungen rezeptfrei erhältlich. Präparate mit der Indikation „leichte bis mittelschwere depressive Zustände“ sind verschreibungspflichtig. Zu beachten ist, dass Johanniskrautextrakt zu einer Enzyminduktion und in Folge zu Wirkverlusten von gleichzeitig eingenommenen Medikamenten führt (z. B. Kontrazeptiva, Antiepileptika).

Baldrianwurzelextrakt (z. B. Baldriparan) mit Valepotriaten und ätherischem Öl beruhigt, entspannt, sediert schwach und hilft, wenn Nervosität und Anspannung dominieren. Aus Lavendelblüten gewonnenes und auf Linalool und Linalylacetat eingestelltes Lavendelöl (Lasea) hat angstlösende, beruhigende und antidepressive Eigenschaften und empfiehlt sich insbesondere bei Ängstlichkeit. Das fehlende Interaktionspotenzial macht das Präparat bei Älteren unter Polymedikation interessant.

Aminosäuren und Mikronährstoffe

Grafik Aminosäuren


© Foto: DAS PTA MAGAZIN / Illustration: Matthias Emde

Die Aminosäure 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) ist die Vorstufe von Serotonin. 5-HTP ist etwa in der afrikanischen Schwarzbohne Griffonia simplicifolia enthalten und soll in Nahrungsergänzungsmitteln in Kombination mit Magnesium und Vitamin B6 (z. B. Nicapur 5-HTP50 Serobalance) den Körper bei der Umwandlung von 5-HTP in Serotonin unterstützen. Vitamin B6 und Magnesium sind zugesetzt, weil viele Menschen mit depressiven Verstimmungen auch an einem Mangel an Mikronährstoffen leiden.

Das betrifft ebenfalls die Versorgung mit B-Vitaminen wie Folsäure und Cyanocobalamin. Hier bietet sich die Einnahme entsprechender Präparate an (z. B. Orthomol Vital F). Kritisch können auch der Vitamin-D- und Eisenstatus sein. Die Substitution von Vitamin D (z. B. Dekristol 1.000) oder Eisen (z. B. Floradix) kann helfen.

Lebensstil anpassen

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© Foto: [M] sorbetto / Getty Images / iStock

Ein wertvolles Mittel, um depressiven Verstimmungen vorzubeugen, sind tägliche Spaziergänge an der frischen Luft und regelmäßige Sporteinheiten. Eine gute Balance zwischen Stress- und Erholungsphasen sowie soziale Kontakte sorgen ebenfalls dafür, dass die Gemütslage stabil bleibt. In der kalten Jahreszeit beugt Bewegung im Freien außerdem einem Lichtmangel und damit einhergehenden Winterblues vor.

Reicht das nicht, ist nach ärztlicher Rücksprache eine Lichttherapie empfehlenswert. Entsprechende Lampen strahlen mit 2.500 bis 10.000 Lux sehr helles Licht aus, die Belichtungszeit liegt bei etwa 30 Minuten pro Tag. Die Lampen werden für die Behandlung zum Beispiel auf den Ess- oder Schreibtisch gestellt. Wichtig für den Erfolg ist, während der Belichtung alle paar Sekunden direkt in die Lichtlampe zu schauen. Menschen, die wissen, dass sie im Winter unter Stimmungsschwankungen leiden, beginnen am besten bereits ab Oktober prophylaktisch mit der Lichttherapie.

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