Muskel- und Gelenkbeschwerden: Aktiv und entspannt bleiben
- Verspannungsbedingte Muskelschmerzen lassen sich mit durchblutungsfördernden Cremes, Wärme und NSAR (oral/topisch) lindern.
- Dehnübungen, Krafttraining und Ergonomie am Arbeitsplatz sind wichtige Faktoren, um Muskelverspannungen zu vermeiden.
- Bei lokalisierter Arthrose sind topische NSAR oder Beinwellwurzel-Fluidextrakt eine gute Wahl.
- Glucosamin, Enzympräparate und Teufelskralle können bei degenerativen Beschwerden unterstützend wirken.
- Regelmäßiges Krafttraining, gelenkschonende Sportarten und Gewichtskontrolle reduzieren das Risiko für Verschleiß.
Muskeln bewegen über Sehnen Knochen, während Gelenke als bewegliche Verbindungen dienen. Alle drei zusammen bilden den Bewegungsapparat. Kommt es zu Verspannungen der Muskulatur infolge einer andauernden Anspannung und Überlastung oder zu Abnutzungserscheinungen der Gelenke, kann dies schmerzhaft sein und die Bewegungsfreude und Lebensqualität einschränken. Prävention und eine rechtzeitige Therapie bei ersten Beschwerden sind daher sinnvoll. Nicht Thema dieses Artikels sind Muskel- und Gelenkschmerzen wie Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen, die infolge von Sport- und Unfallverletzungen auftreten. Manche der im Folgenden genannten Präparate wirken aber oftmals auch dann.
Bewegung beugt Muskel- und Gelenkschmerzen vor.
Muskelschmerzen
Neben Verspannungen können verschiedene Krankheiten (z. B. Hypo- und Hyperthyreose, Fibromyalgie) mit Muskelschmerzen einhergehen. Die Einnahme von Medikamenten (z. B. Statine) und übermäßiger Alkoholkonsum sind weitere Faktoren. Im Folgenden geht es um verspannungsbedingte Muskelschmerzen, beispielsweise im unteren Rückenbereich.
Therapie
Bei Muskelschmerzen als Folge von Verspannungen sind in erster Linie Wärme und Bewegung zu empfehlen. Durchblutungsfördernde Produkte mit ätherischen Ölen (z. B. Retterspitz Muskelroller, Voltamed pflanzliche Schmerzcreme) oder niedrig dosiertem Capsaicin (z. B. ABC Wärme-Creme) können helfen, muskuläre Verspannungen zu mildern, genau wie Massagen.
Um den Teufelskreis aus Schmerz und Schonhaltung zu durchbrechen, können kurzfristig Analgetika wie Ibuprofen(z. B. Nurofen 400 mg Weichkapseln) und Diclofenac (z. B. Voltaren Dolo 25 mg Tabletten) empfohlen werden. Sind die Schmerzen lokal begrenzt, haben sich topische Präparate mit NSAR (z. B. Voltaren Schmerzgel, Ibutop Schmerzcreme) oder Beinwell-Fluidextrakt (z. B. Kytta Schmerzsalbe) bewährt.
Präparate mit Uridinmonophosphat und B-Vitaminen (Keltican forte) werden häufig unterstützend zur diätetischen Behandlung eingesetzt, um die körpereigenen Reparaturvorgänge geschädigter Nervenstrukturen zu begleiten, wenngleich die Studienlage hierzu heterogen ist.
Ergänzend zu einer medikamentösen Behandlung können Dehnübungen sinnvoll sein.
Prävention
Treten stressbedingte Muskelschmerzen häufig auf, ist das Erlernen von Entspannungstechniken wichtig. Auch Krafttraining, welches die Muskulatur gezielt stärkt, ist eine Maßnahme, die langfristig Wirkung erzielen kann.
Bei sitzender Tätigkeit ist ein ergonomischer Arbeitsplatz unverzichtbar. Das schützt vor Nackenverspannungen und Rückenschmerzen. Regelmäßige Pausen und ggf. Dehnübungen, helfen vorzubeugen.
Beratungsreminder
Im Rahmen der Selbstmedikation sind Analgetika für den kurzfristigen Einsatz gedacht. Halten die Muskelschmerzen länger als drei Tage bis zu einer Woche an oder werden stärker, sollte zum Arztbesuch geraten werden.
Das gilt auch, wenn durch die Beschwerden die Bewegung stark eingeschränkt ist, Gefühlsstörungen, Fieber oder Nachtschweiß auftreten oder massive Muskelschmerzen und Muskelschwäche sowie dunkler Urin auf eine Rhabdomyolyse hindeuten.
Geben Sie topische Präparate ab, weisen Sie darauf hin, dass diese nur auf unverletzte Haut aufgetragen werden dürfen. Wärmepflaster und durchblutungsfördernde Salben sind nicht miteinander und nicht mit anderen Wärmequellen wie einer Wärmflasche oder einem Kirschkernkissen zu kombinieren.
Gelenkverschleiß sollte schon in jungen Jahren vorgebeugt werden. Hierzu bieten sich muskelaufbauende Übungen und Krafttraining an. Eine starke Muskulatur entlastet die Gelenke.
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Gelenkschmerzen
Auch Gelenkschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Häufig treten sie bei rheumatischen Erkrankungen auf. Virusinfektionen oder Harnsäureablagerungen in den Gelenken (Gicht) können ebenfalls für Schmerzen sorgen.
Am häufigsten treten Gelenkschmerzen jedoch infolge von Verschleiß auf, beispielsweise an Knien, Fingern oder Handgelenken (Knie-, Finger, Handgelenkarthrose). Die Verschleißprozesse können altersbedingt sein oder auf Fehlstellungen, Übergewicht oder chronischer Überlastung basieren. Bei milden bis moderaten Beschwerden reichen Produkte aus dem OTC-Sortiment oftmals aus, Schmerzen zu lindern.
Ein ergonomischer Arbeitsplatz schützt vor Nackenverspannungen und Rückenschmerzen. Regelmäßige Pausen und Dehnübungen helfen vorzubeugen.
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Therapie
Erste Wahl bei lokal begrenzter Arthrose (z. B. Knie, Hand) sind topische NSAR. Reicht das nicht, können die Analgetika auch oral in Form von Tabletten oder Kapseln kurzzeitig im Rahmen der Selbstmedikation eingenommen werden.
Wichtig-- Als Faustregel gilt hier die Zehn-Tage-Regel: Ohne ärztlichen Rat sollten NSAR (und auch Paracetamol) maximal an zehn Tagen im Monat eingenommen werden und im Idealfall auch nicht mehr als drei bis vier Tage am Stück.
Als pflanzliche Topikaalternative kann entzündungshemmend wirkender Beinwellwurzel-Fluidextrakt empfohlen werden. Er ist zur äußerlichen Behandlung von Schmerzen und Schwellungen bei Kniegelenkarthrose degenerativen Ursprungs indiziert.
Präparate mit Teufelskrallenwurzelextrakt (z. B. Teufelskralle Loges) können bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates unterstützend eingesetzt werden.
Zur Linderung von Symptomen leichter bis mittelschwerer Arthrose des Kniegelenks kann Glucosamin (z. B. Dona 250 mg) beitragen, wobei der Effekt kontrovers diskutiert wird. Ein Therapieversuch über drei bis sechs Monate kann jedoch erwogen werden.
Mikronährstoffe für Knorpel und Knochen liefert ein Nahrungsergänzungsmittel (Orthomol chondroplus). Enthalten sind unter anderem Vitamin C, D, K, Magnesium und Zink in Kombination mit Glucosaminsulfat, Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure und Kollagenhydrolysat.
Enzyme wie Bromelain, Trypsin und Rutosid (Wobenzym) können laut Packungsbeilage bei schmerzhafter und aktivierter Arthrose und Weichteilrheumatismus unterstützend eingesetzt werden.
Prävention
Um Gelenkverschleiß vorzubeugen, sollten die Muskeln bereits in jungen Jahren gestärkt werden. Neben gezieltem Krafttraining sind gelenkschonende Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen empfehlenswert. Übergewichtige können vorbeugen – und gegebenenfalls bereits vorhandene Schmerzen lindern –, wenn sie ihr Gewicht verringern.
Ist die Abnutzung vorangeschritten, lohnen sich entsprechende Kräftigungsübungen immer noch. Eine starke Muskulatur entlastet das Gelenk. Sinnvoll ist es zudem, bereits bei ersten Beschwerden physiotherapeutische Unterstützung zu suchen.
Beratungsreminder
Vermuten Sie eine entzündliche Arthritis, sind die Gelenke stark geschwollen oder die Symptome auf den ganzen Körper ausgeweitet, sollte der Kunde an den Arzt verwiesen werden. NSAR dürfen dauerhaft nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt eingesetzt werden.
Manche unterstützend wirksame Präparate benötigen mehrere Wochen bis Monate, bis ein Effekt spürbar ist. Das sollten Kunden wissen, wenn sie sich für ein solches Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel unterscheiden.