Zeolithe: Keine Wundermittel

Im Internet wird das vulkanische Gesteinsmineral Zeolith als wahres „Naturtalent im Entgiften“ gepriesen. Es soll den Darm entlasten, gegen Krebs und Immunschwäche helfen, so die Werbeversprechen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt jedoch, auf die Einnahme zu verzichten. Was müssen Sie fürs Beratungsgespräch wissen?

von Kirsten Bechtold
30.04.2026

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© Foto: popovj2, stock.adobe.com
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Als Zeolithe werden verschiedene sili-kathaltige Mineralien, darunter Klinoptilolith, bezeichnet. Das mikroporöse Gesteinsmaterial besitzt eine hohe Adsorptionsfähigkeit und wirkt wie ein Schwamm. Ähnlich wie Aktivkohle kann es Stoffe binden. Es wird daher unter anderem auch als Katzenstreu verwendet.

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Wird es oral aufgenommen, funktioniert das Binden von Stoffen allerdings nur im Magen-Darm-Trakt, nicht im Körperfettgewebe. Das heißt, Zeolithe können – anders als häufig in der Werbung behauptet – Schadstoffe wie Blei, Cadmium und Nickel, die bereits im Gewebe (z. B. Organen, Knochen) eingelagert sind, nicht mobilisieren oder binden und somit nicht aus dem Körper entfernen.

Auch Aussagen wie „macht Viren unschädlich“, „verzögert Alterungsprozesse“ oder „unterstützt die Chemotherapie“ sind, wie viele weitere gesundheits- und krankheitsbezogene Behauptungen, wissenschaftlich nicht belegt.

Zeolithe sind mikroporös und binden Stoffe.
 

Rechtliches

Im Sinne der Novel-Food-Verordnung gelten Zeolithe als neuartige Lebensmittelzutat. Sie dürfen daher in Europa nicht als Nahrungsergänzungsmittel angeboten und verkauft werden.

Dennoch gibt es Pulver oder mit Pulver gefüllte Kapseln auf dem Markt. Um legal vertrieben zu werden, müssen diese als Medizinprodukte zertifiziert sein. Trägt das Produkt ein CE-Kennzeichen mit einer vierstelligen Nummer, können Verbraucher davon ausgehen, dass die Produktsicherheit und die ausgelobte medizinische Zweckbestimmung durch eine klinische Bewertung belegt wurden. Nicht geworben werden darf mit „geprüfter Arzneibuchqualität“. Weder im Deutschen noch im Europäischen Arzneibuch gibt es eine Monografie.

Gut zu wissen

Zeolithe binden auch Vitamine und Mineralstoffe. Ob eine regelmäßige Einnahme zu einem Nährstoffmangel führt, ist laut Verbraucherzentrale nicht untersucht. Wegen möglicher Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme mit Medikamenten, rät sie zu mindestens zwei bis drei Stunden Abstand zwischen beiden Einnahmen und zum Gespräch mit dem behandelnden Arzt.

Kritisch stufen die Verbraucherschützer zudem die potenzielle Freisetzung von Aluminiumionen aus dem Silikatgerüst der Zeolithe durch die Magensäure ein. Das kann die systemische Aluminiumbelastung erhöhen und sich negativ auf das Nervensystem, die geistige und motorische Entwicklung von Nachkommen sowie auf Nieren und Knochen auswirken. Wer entsprechende Produkte verwenden möchte, sollte beim Hersteller nach einer aktuellen Analyse der Produkte mit Blick auf Aluminium, Blei und Quecksilber fragen.

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