Apothekenreform tritt in Kraft

Die Verordnung zur Änderung der Apothekenbetriebsordnung tritt am 22. September in Kraft. Damit ist die Apothekenreform abgeschlossen. Sie soll unter anderem für weniger Bürokratie in der Rezeptur und im Labor sorgen. Flexiblere Abgaberegelungen gelten nicht mehr nur für den Notdienst.

von Kirsten Bechtold
22.09.2026

PTA hinter dem HV im Gespräch mit Kundin
© Foto: Drobot Dean / stock.adobe.com
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  • Weniger Laborbürokratie: Die Identitätsprüfung von Ausgangsstoffen kann für PTA bei GMP-konformen und versiegelten Gebinden entfallen.
  • Flexible Öffnungszeiten: Die Mindestöffnungszeiten werden ab 1. Januar 2027 auf täglich mindestens sechs Stunden gesenkt.
  • Die legale Gewährung handelsüblicher Großhandelsskonti auf verschreibungspflichtige Arzneimittel ist wieder gesichert.

Die Verordnung ist am 21. September im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. Mit Ausnahme der Regelungen zur Dienstbereitschaft tritt sie am heutigen Dienstag, dem 22. September, in Kraft. 

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Im Bereich Labor und Rezeptur werden verschiedene Vorgaben vereinfacht, unter anderem bei der Vorhaltung von Laboren, der Prüfung von Ausgangsstoffen und der Dokumentation.

Beispielsweise kann unter definierten Voraussetzungen auf die separate Identitätsprüfung von Ausgangsstoffen verzichtet werden: Nämlich dann, „wenn die Herstellung unter Beachtung der Grundsätze der Guten Herstellungspraxis (EU-GMP-Leitfaden) erfolgte und das jeweilige Behältnis mit einer Vorrichtung zum Erkennen einer möglichen Manipulation der äußeren Umhüllung sowie Prüfzertifikat ausgeliefert wurde.“

Flexiblere Abgaberegelungen

Ist ein Medikament nicht lieferbar, gelten ab sofort die flexibleren Abgaberegelungen, wie sie bisher bereits im Notdienst galten. So dürfen Apotheken nun auch wochentags nach 18:30 Uhr und vor 8 Uhr in dringenden Fällen ein wirkstoffgleiches Arzneimittel mit vergleichbarer Darreichungsform abgeben, vorausgesetzt, das verschriebene ist nicht verfügbar. Samstags gilt das ab 14 Uhr.

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Die aktuellen Änderungen der Apothekenbetriebsordnung haben auch Einfluss auf die Arbeit in Rezeptur und Labor. Sie sollen die Herstellung von Rezepturarzneimitteln und die Prüfung von Ausgangsstoffen vereinfachen. Was ändert sich konkret?

Das gilt für Botendienste

Die für das Arzneimittel geltenden Temperaturanforderungen müssen während der Lieferung bis zur Abgabe an den Empfänger eingehalten werden.

Liefert der Bote verschreibungspflichtige Arzneimittel aus, muss er sich den Empfang schriftlich oder elektronische quittieren lassen - durch den Auftraggeber (Patient/Patientin) oder eine von ihm namentlich benannte Person oder einen benannten Personenkreis.

Weitere Regelungen

Für Zweigapotheken in ländlichen Gebieten wurden zudem die baulichen Vorgaben an die Vorhaltung von Räumlichkeiten gelockert, um die Versorgung vor Ort zu sichern. Parallel dazu greifen verschärfte Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen im Arzneimittelversandhandel.

Im Bereich der Arzneimittelabgabe wird der 50-Cent-Engpasszuschlag nun auch auf Austauschregelungen für nicht lieferbare Kinderarzneimittel ausgeweitet. Zudem erhalten Apotheken wieder Rechtssicherheit bei der Gewährung handelsüblicher Skonti auf verschreibungspflichtige Arzneimittel (Rx).

Inkrafttreten zum 1. Januar 2027

Die Regelungen zu Notdiensten und zu flexibleren Öffnungszeiten greifen zum 1. Januar 2027. Dann gilt unter anderem: Apotheken müssen montags bis freitags für mindestens sechs Stunden während der ortsüblichen Geschäftszeiten (8.00 bis 18.00 Uhr) geöffnet sein. Bisher galt eine vorgeschrieben Öffnungszeit von 8.00 Uhr bis 18.30 Uhr.

Geregelt werden zudem die Notdienste und Öffnungszeiten der Zweigapotheken. Diese können künftig zwischen 20 und 22 Uhr zu Notdiensten eingeteilt werden. Sie müssen zwischen Montag und Freitag im Zeitraum zwischen 8 und 18 Uhr vier Stunden täglich geöffnet sein.

Apothekenreform: 3 Teile

Mit der Veröffentlichung der "Verordnung zur Änderung der Apothekenbetriebsordnung und weiterer Verordnungen“ im Bundesgesetzblatt ist der letzte von drei Teilen des Apothekenreformpakets abgeschlossen.

Bereits im Juni hatte das Bundeskabinett mit der „Verordnung zur Änderung der Arzneimittelpreisverordnung“ einen ersten Teil der mehrteiligen Apothekenreform beschlossen. 

Im Juli trat dann das „Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz“ in Kraft.

Ziel der aktuelle Apothekenreform ist die Stärkung der Vor-Ort-Apotheken. Dazu zählt auch eine Erweiterung der Kompetenzen des pharmazeutischen Personals in Prävention und Versorgung.

Quelle: Bundesanzeiger, DAZ, Apotheke adhoc

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