Atogepant: Zulassung für Migräne-Akuttherapie erweitert
- Atogepant (Aquipta) ist seit Juni in der Europäischen Union sowohl für die tägliche Migräneprophylaxe als auch für die bedarfsorientierte Akuttherapie zugelassen.
- Klinische Daten belegen eine signifikante Schmerzfreiheit bereits zwei Stunden nach der Einnahme sowie eine langanhaltende Wirkung über 48 Stunden.
- Die maximale Tagesdosis liegt bei 60 Milligramm - sowohl vorbeugend als auch akut.
Seit März 2025 ist der orale CGRP-Rezeptorantagonist Atogepant (Aquipta, Rx) in Deutschland zur Vorbeugung von Migräne auf dem Markt. Am 2. Juni 2026 informierte der Hersteller AbbVie darüber, dass die EU-Kommission das Einsatzgebiet erweitert hat: Der Wirkstoff ist nun auch für die akute Behandlung von Migräne mit oder ohne Aura bei Erwachsenen zugelassen.
Damit ist Atogepant neben Rimegepant die zweite Option aus der Gruppe der Gepante, die flexibel bei akuten Migräneattacken eingesetzt werden kann.
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Schnelle Schmerzfreiheit nach zwei Stunden
Der Wirkstoff bindet selektiv an den CGRP-Rezeptor und hemmt die CGRP-Reizübertragung. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Atogepant gegenüber Placebo wurde in der Studie ADVANCE bei Patientinnen und Patienten mit episodischer Migräne (4 – 14 Migränetage/Mo.) nachgewiesen.
Die Ergebnisse der Phase-III-Studie ECLIPSE bilden die Grundlage für die Erweiterung der Zulassung. Sie belegen, dass Aquipta eine schnelle und langanhaltende Linderung bewirkt. Laut Dr. Roopal Thakkar (Chief Scientific Officer bei AbbVie) erreichten unter der Behandlung mit 60 Milligramm Atogepant signifikant mehr Patientinnen und Patienten den primären Endpunkt „Schmerzfreiheit nach zwei Stunden“ als unter Placebo. Besonders hervorzuheben sei die anhaltende Wirkung von bis zu 48 Stunden.
Anwendung und wichtige Hinweise
Atogepant wird einmal täglich eingenommen - im akuten Fall bei Bedarf. Dabei gelten folgende Vorgaben:
- Dosierung: empfohlene Einzeldosis und maximale Tagesdosis liegen bei 60 Milligramm.
- Einnahme: unabhängig von den Mahlzeiten
- Nebenwirkungen: am häufigsten Übelkeit, Obstipation sowie Appetit- oder Gewichtsverlust
Da 60 Milligramm bereits das tägliche Limit sind, darf der Wirkstoff nicht am selben Tag sowohl zur Prophylaxe als auch zur Akutbehandlung eingenommen werden.
Quelle: DAZ, springer.com, Fachinformation Aquipta