Baden-Württemberg: Kampagne gegen Rezeptfälschungen
- In Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr 540 Fälle von Rezeptfälschungen polizeilich erfasst.
- Kriminelle verkaufen die erbeuteten Medikamente unreguliert auf dem Schwarzmarkt weiter ungeachtet der Gesundheitsrisiken für die Käuferinnen und Käufer.
- Das Landeskriminalamt und der Landesapothekerverband klären nun mit einer gemeinsamen Kampagne über diese Risiken auf.
Das Ziel der Täter ist lukrativ: Sie fälschen ärztliche Verordnungen, um an verschreibungspflichtige, oft sehr teure Medikamente zu gelangen. Diese werden anschließend mit hohem Gewinn über den Schwarzmarkt weiterverkauft. Besonders im Fokus der Rezeptfälscher stehen aktuell gefragte Arzneimittel zur Gewichtsreduktion sowie hochpreisige Präparate zur Behandlung von Krebserkrankungen.
Lebensgefährlicher Handel auf dem Schwarzmarkt
Der illegale Handel mit Arzneimitteln birgt enorme Gesundheitsrisiken. Auf dem Schwarzmarkt erfolgt die Abgabe ohne ärztliche Diagnose, fachliche Begleitung oder pharmazeutische Kompetenz.
Zudem wird die zwingend notwendige Sorgfalt im Umgang mit den Medikamenten oft ignoriert. Polizei und Apotheker warnen insbesondere vor einer Unterbrechung der Kühlkette, die für die Wirksamkeit vieler sensibler Präparate unerlässlich ist.
Gemeinsame Kampagne für mehr Sicherheit
„In engem Schulterschluss mit dem Landesapothekerverband setzen wir auch auf die Aufklärung der Patientinnen und Patienten als wirksames Instrument bei der Bekämpfung von Rezeptfälschungen“, erklärt Andreas Stenger, Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg.
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Tatjana Zambo, Präsidentin des Landesapothekerverbandes, ergänzt: „Unsere Patienten müssen darauf vertrauen können, dass sie mit den Arzneimitteln versorgt werden, die sie benötigen und die ihnen helfen. Illegal erlangte und willkürlich verbreitete Medikamente sind gefährlich.“ Sie betont zudem die gravierenden Folgen für das Gesundheitssystem: Die Bearbeitung gefälschter Rezepte bindet in den Apotheken enorme Kräfte und bedeutet für die Betriebe sowie die Krankenkassen ein erhebliches wirtschaftliches Risiko.
Die klare Botschaft an Kriminelle: „Unsere Apotheken werden jeden Versuch, gefälschte Rezepte einzulösen, konsequent zur Anzeige bringen“, warnt Zambo. Um Kundinnen und Kunden auf die möglichen strafrechtlichen und gesundheitlichen Folgen aufmerksam zu machen, werden derzeit Aufklärungsplakate verteilt, die in den baden-württembergischen Apotheken aushängen werden.
Quelle: LKA Ba-Wü / LAV Ba-Wü