Beeinflusst die Zeitumstellung das Schmerzempfinden?

(kib) Schlafstörungen erhöhen die Schmerzempfindlichkeit deutlich stärker, als Schmerzen den Schlaf stören, erklärt PD Dr. Walter Magerl vom Institut für Neurophysiologie der Universität Heidelberg, Mannheim. Die Zeitumstellung wirkt dabei wie ein Social Jetlag.

27.03.2026

Uhr: Zeiger wird von 2 auf 3 Uhr vorgestellt – symbolisiert durch rotes Dreieck mit Pfeil in Richtung 3 Uhr.
© Foto: gldburger / istockphoto.com
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Sie verschlechtert die Schlafqualität und beeinträchtigt die kognitive Leistungsfähigkeit, insbesondere bei Menschen mit chronischen Schmerzen. Magerl macht im Experteninterview der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin deutlich, dass die Anpassung an die Zeitumstellung länger als eine Woche dauern kann.

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Kurzschlaf erhöht Schmerzempfindlichkeit

Wer weniger als sechs Stunden schläft, empfindet Schmerzen am nächsten Tag etwa ein Drittel stärker, und die Wahrscheinlichkeit von Spontanschmerzen steigt um rund 30 Prozent.

Laut Magerl entspricht das in der Größenordnung der Wirkung eines wirksamen Schmerzmedikaments – nur in die „falsche“ Richtung.

Hinzu kommt: Verkürzter Schlaf reduziert die Fähigkeit, Schmerzen durch Ablenkung zu dämpfen. Das kann viel ausmachen: In Experimenten reduziert Ablenkung Schmerzen um etwa die Hälfte.

Umstellung auf Sommerzeit

Am kommenden Wochenende beginnt die Sommerzeit. Die Uhren in Europa werden dazu in der Nacht von Samstag ,28. März, auf Sonntag, 29. März, um eine Stunde vorgestellt. Die Nacht verkürzt sich damit um eine Stunde.

Ein verschobener Tag-Nacht-Rhythmus hat langfristig Folgen

Die Zeitverschiebung durch Umstellung von Sommer- und Winterzeit ist meist ein vorübergehendes Ereignis, an das wir uns in ein bis zwei Wochen anpassen, erklärt der Experte.

Echte Langzeitfolgen gebe es bei Schichtarbeitern, insbesondere, wenn diese in Wechselschichten arbeiten. Dann lassen sich gravierende kognitive, soziale und körperliche Probleme nachweisen. Die Sterblichkeitsraten sind etwa doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Schichtarbeit.

Dahinter steht, dass Schlaf eine makroskopische Form der inneren Rhythmik ist, die nahezu jedes regulative Subsystem betrifft – von Stress- und Wachstumshormonen bis zur Tag-Nacht-Rhythmik des Immunsystems.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin

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