Bürokratie: Dauerthema in Apotheken
Mittlerweile wenden 82 Prozent der Apothekeninhaberinnen und -inhaber (Mai 2023: 79 %) mindestens ein Viertel bis über die Hälfte ihres Arbeitstages für bürokratische Tätigkeiten auf. Bei den Angestellten – darunter Approbierte (40 %), PTA (30 %) und PKA (25 %) – ist die Spitzenbelastung im Vergleich zum Jahr 2023 zwar leicht rückläufig, verharrt jedoch auf hohem Niveau. Von der geplanten Apothekenreform erwarten lediglich neun Prozent der Befragten eine echte bürokratische Entlastung.
E-Rezept und ePA: Digitale Prozesse entlasten kaum
Die erhoffte Arbeitserleichterung durch die Digitalisierung im Gesundheitswesen bleibt aus. Weder das E-Rezept (21 %) noch die elektronische Patientenakte (ePA) (8 %) bringen bislang einen spürbaren Nutzen für das Apothekenteam.
Im Gegenteil: Die wachsende Bürokratie hat handfeste Konsequenzen für den Betrieb und das Team:
- Unzufriedenheit / Kosten: 96 Prozent beklagen frustrierte Mitarbeitende und steigende Personalkosten.
- Motivationsverlust: 93 Prozent verlieren durch die Zettelwirtschaft die Freude am Apothekerberuf.
- Kundenärger: Auch die Kundschaft reagiert auf den Verwaltungsstau zunehmend mit Unverständnis.
Besonders alarmierend für die Patientenversorgung: Für 89 Prozent der Inhaberinnen und Inhaber ist der ausufernde Aufwand der Hauptgrund, warum sie bestimmte Services wie Schutzimpfungen, Hilfsmittelversorgung oder pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) in ihrer Apotheke gar nicht erst anbieten können.
Die größten Baustellen
Gefragt nach den Bereichen, in denen ein Bürokratieabbau am schnellsten erfolgen muss, setzen die Befragten klare Prioritäten:
- Retaxationen (80 %)
- Rabattverträge (61 %)
- Hilfsmittelversorgung inkl. Präqualifizierung (61 %)
- Qualitätsmanagement (56 %)
- Arzneimittelherstellung und -prüfung (49 %)
Quelle: IFH Köln