Bundesrat stimmt gegen PTA-Vertretung
Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, dürften schon bald erfahrene PTA in ländlichen Regionen für bis zu 20 Tage die Apothekenleitung vertreten. Diese Idee sorgte bereits im vergangenen Jahr für viel mediale Aufmerksamkeit und ein gemischtes Feedback.
Am vergangenen Freitag beschäftigte sich nun erstmals der Bundesrat mit dem ApoVWG. Die Mitglieder nahmen zum Gesetzesentwurf und insgesamt 39 Vorschlägen für Änderungen Stellung, die der Gesundheitsausschuss des Bundesrates zuvor erarbeitet hatte.
Bedenken gegen die Vertretungsregelung
Ein Antrag gegen die geplante PTA-Vertretungsbefugnis fand die notwendige Mehrheit. Begründet wird dies mit der deutlichen Differenz zwischen der PTA-Ausbildung und der akademischen Qualifikation approbierter Apothekerinnen und Apotheker.
„Eine solche Vertretung könne die Arzneimittelsicherheit und die Qualität der Beratung beeinträchtigen und das Berufsbild des Apothekers schwächen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesrats.
Außerdem würde durch die geplante Erprobung und behördliche Genehmigung der Vertretungen neue Bürokratie zu Lasten der Landesverwaltungen aufgebaut, ohne einen erkennbaren Mehrwert für die Apothekenversorgung zu schaffen.
Zweigapotheken
Kritisch sehen die Länder auch die Pläne der Bundesregierung, die Gründung von Zweigapotheken zu erleichtern. Dies hätte zur Folge, dass bereits niedergelassene Apotheken mit wirtschaftlich leichter zu errichtenden Zweigapotheken konkurrieren müssten.
Wie geht es weiter?
Die Bundesregierung erhält die Stellungnahme der Länder und kann sich dazu äußern. Dann beschäftigt sich der Bundestag mit dem Gesetz. Wenn dieser es beschlossen hat, kommt es erneut in den Bundesrat.
Quelle: bundesrat.de, DAZ