Eisenmangel stört gesundes Altern

(kib) Eine dauerhafte leichte systemische Entzündung beschleunigt das Altern und fördert Gebrechlichkeit. Nun zeigt eine Studie, dass Eisenmangel die Entzündung verstärken könnte.

09.08.2022

Ältere Frau pustet Kerzen auf einem Geburtstagskuchen aus
© Foto: bernardbodo / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)
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In einer Post-hoc-Analyse der DO-HEALTH-Studie werteten die Forscher aus Zürich und Boston den Zusammenhang des Eisenstatus mit den Entzündungsmarkern Interleukin-6 (IL-6) und hochsensitives C-reaktives Protein (hsCRP) bei Älteren aus. Teilnehmer waren 2141 relativ gesunde Frauen und Männer im Alter über 70 Jahren, 573 wiesen zu Studienbeginn einen Eisenmangel auf (Serumspiegel des löslichen Transferrinrezeptors > 28,1 nmol/l). Teilnehmer mit Eisenmangel hatten bei Studienbeginn höhere Il-6- und hsCRP-Werte als Teilnehmer ohne Eisendefizit.

Entzündungsmarker stiegen bei Eisendefizit stärker an

Im Lauf von drei Jahren erhöhte sich der IL-6-Spiegel in beiden Gruppen, in der Gruppe mit initialem Eisenmangel fiel der Anstieg aber Jahr für Jahr größer aus; über drei Jahre hinweg lag der mittlere Zuwachs um 0,5 Nanogramm pro Liter über dem der Vergleichsgruppe.

Dieser Zusammenhang bestand unabhängig davon, ob der Eisenmangel mit einer Anämie einherging oder nicht. Der hsCRP-Wert nahm in keiner der beiden Gruppen zu.

„Nach diesen Ergebnissen könnte Eisenmangel ein Promoter einer niedriggradigen chronischen Entzündung sein, die am IL-6-Spiegel messbar ist“, schreibt das Studienteam. Wegen des Zusammenhangs von Entzündung und beschleunigter Alterung „könnte das Screening älterer Menschen auf Eisenmangel für ein gesundes Altern von Bedeutung sein“, so die Autoren.

Quelle: Ärzte Zeitung

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