HIV-Medikamente gehen vom Markt

Die Firma AbbVie beendet voraussichtlich zum Sommer 2027 den Vertrieb der HIV-Medikamente Kaletra und Norvir in Deutschland. Moderne Therapiealternativen haben den Bedarf an diesen Präparaten stark gesenkt.

von Kirsten Bechtold
17.09.2026

Rote HIV/AIDS-Schleife auf einem Papier, das die Krankheit definiert.
© Foto: Vitalii Vodolazskyi / stock.adobe.com
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  • AbbVie stellt den Vertrieb der HIV-Präparate Kaletra und Norvir voraussichtlich bis Sommer 2027 deutschlandweit ein.
  • Die Entscheidung beruht auf dem stark gesunkenen klinischen Bedarf aufgrund modernerer Therapiealternativen.
  • Betroffene Patientinnen und Patienten müssen rechtzeitig nach aktuellen Behandlungsleitlinien auf eine neue Medikation umgestellt werden.

Diese Präparate gehen außer Vertrieb

Die Ankündigung umfasst spezifische Darreichungsformen und Wirkstärken. Konkret werden folgende Produkte vom deutschen Markt verschwinden:

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  • Kaletra 100 mg / 25 mg Filmtabletten
  • Kaletra 200 mg / 50 mg Filmtabletten
  • Kaletra 80 mg + 20 mg / ml Lösung zum Einnehmen
  • Norvir 100 mg Filmtabletten
  • Norvir 100 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Hintergrund: Weiterentwicklung der HIV-Therapie

Seit der europäischen Zulassung von Norvir im Jahr 1996 und Kaletra im Jahr 2001 hat sich die medikamentöse Behandlung von HIV-1-Infektionen rasant weiterentwickelt. Innovative, neue HIV-Therapien prägen heute die nationalen und internationalen Behandlungsleitlinien.

Diese Fortschritte haben den klinischen Bedarf an den älteren AbbVie-Produkten massiv reduziert. Ein weiterer Faktor: AbbVie hat bereits im Jahr 2020 die globalen Patente für beide Wirkstoffe freigegeben, weshalb der Vertrieb nun endgültig ausläuft.

Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten?

Um die Kontinuität der Versorgung zu sichern, müssen betroffene Patientinnen und Patienten auf geeignete Therapiealternativen umgestellt werden. Informieren Sie Kundinnen und Kunden bei Vorlage eines Rezeptes und raten Sie zum rechtzeitigen Arztbesuch.

Quelle: AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG / AMK

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