Migräne: Placebos für bessere Lebensqualität

(kib) Eine Add-on-Gabe von Placebos kann die Migränetherapie sinnvoll ergänzen und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam aus Essen.

23.10.2025

Medikamentenpackung mit Aufschrift Placebo auf dem Tisch liegend, Tablettenblister schaut heraus.
© Foto: cristianstorto / stock.adobe.com
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Die randomisierte kontrollierte Studie sollte prüfen, ob sich offen deklarierte Placebos (OLP) als Zusatztherapie günstig auf die Häufigkeit von Migräneattacken, die Schmerzintensität und weitere wichtige klinische Endpunkte auswirken.

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Studiendesign

Vermittelt durch die Studieninformation und ein erklärendes Video wussten die Teilnehmenden prinzipiell über die Natur der wirkstofffreien Tablette Bescheid. Aber: Nur diejenigen in der OLP-Gruppe nahmen zweimal am Tag über einen Zeitraum von drei Monaten ein Placebo ein.

Die Standardtherapie erfolgte regulär. Die Kontrollgruppe erhielt die Standardtherapie ohne zusätzliche OLP.

Zu sechs unterschiedlichen Zeitpunkten wurden die Teilnehmenden am Zentrum für Schmerzmedizin der Universitätsklinik Essen und am Kopfschmerzzentrum Frankfurt befragt oder untersucht.

Das Ergebnis

Zwischen der OLP-Gruppe und der Kontrollgruppe zeigten sich zwar keine Unterschiede in der Anzahl der Kopfschmerz- und Migränetage, allerdings war die Add-on-OLP-Behandlung mit relevanten Verbesserungen der schmerzbedingten Beeinträchtigung und der Lebensqualität verbunden.

Das Fazit

OLP könnten für ausgewählte Patientinnen und Patienten eine Erweiterung der Standardtherapie sein, um den Behandlungserfolg einer Migräneprävention zu optimieren. Die Forscherinnen und Forscher führen die positiven Reaktionen auf die als unwirksam beschriebenen Pillen darauf zurück, dass deren Einnahme Selbstregulationsprozesse aktivieren und positive Erwartungen stärken kann. Diese Mechanismen könnten die wahrgenommene Beeinträchtigung durch Migräne im Alltag reduzieren, ohne notwendigerweise die Frequenz der Attacken zu verändern.

Künftig sollen die neuronalen und psychologischen Mechanismen, die diesen positiven klinischen Effekten zugrunde liegen, weiter untersucht werden.

Quelle: IDW

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