Schlechter Schlaf schlägt aufs Herz

(pl/kib) Mithilfe eines neuen Indexes haben US-Forscher einen Zusammenhang zwischen einem unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus und einem erhöhten Risiko für kardiometabolische Erkrankungen aufgedeckt.

28.11.2018

Mann mit weit geöffneten Augen liegt mit dem Kopf auf einem Kissen
© Foto: vlorzor / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)
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Den in einer Studie mit Studenten validierten Sleep Regularity Index (SRI) zur Beurteilung der Schlafregulation gibt es seit 2017. Definiert ist er als Wahrscheinlichkeit in Prozent, dass eine Person zwischen zwei Zeitpunkten einer Zeitspanne von 24 Stunden schläft oder wach ist. Der Vorteil: Der Index ist von der Schlafdauer unabhängig.

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Nun haben die Forscher vom Duke University Medical Center in Durham in den USA Daten einer Langzeitstudie herangezogen, in der die Teilnehmer im Alter zwischen 45 und 84 Jahren ohne kardiovaskuläre Erkrankungen auf Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin untersucht wurden. Mithilfe einer komplizierten Formel wurde schließlich der SRI auf der Basis von knapp 2000 Teilnehmern berechnet.

Wie die Wissenschaftler berichten, war ein unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus mit reduzierter körperlichen Aktivität sowie mit zunehmender Tagesmüdigkeit und häufigeren Schlafphasen während des Tages assoziiert. Außerdem gingen die Unregelmäßigkeiten mit einer verringerten Lichtexposition einher. Dies deckt sich mit dem, was bereits in der Studie von 2017 beobachtet wurde.

Aus den Ergebnissen der aktuellen Studie geht hervor, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Unregelmäßigkeiten des Schlafes und Indizes für ein kardiometabolisches Risiko, allen voran Adipositas und hohen HbA1c-Werten sowie Nüchternblutzuckerwerte, gibt. Außerdem ist offenbar das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen innerhalb der folgenden zehn Jahre deutlich erhöht.

Auch hätten Studienteilnehmer mit einer Hypertonie und/oder einer metabolischen Erkrankung eher Schlafunregelmäßigkeiten als Teilnehmer ohne diese Störungen, so die Wissenschaftler. Größere Unregelmäßigkeiten beim Schlafrhythmus korrelierten zudem mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ausgeprägtere Depressionen und für Stresssymptome.

Unklar ist nach Angaben der Forscher, ob der ungeregelte Schlaf das kardiometabolische Risiko erhöht oder umgekehrt, oder ob sich beides gegenseitig beeinflusst. Aus Tierversuchen und Untersuchungen mit Probanden gebe es zumindest Hinweise, dass Störungen des Wach-Schlaf-Rhythmus einen direkten Einfluss auf das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen haben, und zwar unter anderem durch die Wechselwirkung mit dem Energie- und Glukosestoffwechsel sowie durch den unterschiedlichen Zeitpunkt der Mahlzeiten und die dadurch beeinflusste Körperzusammensetzung. Die Aussagekraft der Studie ist allerdings unter anderem dadurch eingeschränkt, dass unter den Teilnehmern auch Schichtarbeiter waren.

Quelle: Ärzte Zeitung

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