Steigendes Diabetesrisiko nach der Menopause

(kib) Sinkende Hormonspiegel rund um die Menopause führen zu einer Zunahme von Bauchfett, Insulinresistenz und ungünstigen Blutfettwerten. Damit einhergehend steigt das Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz- und Leber-Erkrankungen. Wie Frauen gegensteuern können, war ein Thema der diesjährigen Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

25.11.2025

Zwei Frauen im mittleren Lebensalter walken am Strand.
© Foto: kate_sept2004 / istockphoto.com
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Die Deutsche Diabetes Gesellschaft betont in einer Pressemitteilung: „Diese Lebensphase ist kein Rückschritt, sondern eine Gelegenheit, die eigene Gesundheit bewusst zu stärken. Frauen können durch vermehrte Bewegung, ausgewogene Ernährung und gezielte Vorsorge aktiv dazu beitragen, ihren Stoffwechsel langfristig zu stabilisieren.“

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Prävention ist wichtig

Die Menopause ist generell der richtige Zeitpunkt, um Herz-, Leber- und Blutzuckerwerte im Blick zu behalten und neue Präventionsroutinen zu etablieren, erklärte die Präsidentin der Deutschen Diabetes Gesellschaft Julia Szendrödi.

Wie die ärztliche Direktorin der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Stoffwechselkrankheiten und Klinische Chemie des Universitätsklinikums Heidelberg weiter berichtete, haben besonders Frauen mit einer frühen Menopause – also vor dem 45. Lebensjahr – laut internationalen Studien ein rund 30 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes.

Und auch Frauen mit einem früheren Schwangerschaftsdiabetes sollten die Wechseljahre als Chance begreifen, ihren Stoffwechsel gezielt zu überprüfen, riet die Professorin.

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Blutwerte screenen

In der Perimenopause schwanken die Hormonspiegel stark. Das beeinflusst auch den Blutzuckerspiegel. Die Stoffwechsellage wird instabiler. Der Verlust des hormonellen Herzschutzes, insbesondere durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen, steigert das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Mit dem Absinken des Östrogenspiegels verändert sich zudem die Fettverteilung im Körper – ein Risikofaktor für Fettlebererkrankungen.

Fachgesellschaften empfehlen daher regelmäßige Screenings: zunächst mit Blutwerten und einfachen Scores, bei Auffälligkeiten ergänzt durch Ultraschall oder Elastografie. „Herz und Leber altern gemeinsam mit dem Stoffwechsel. Die Menopause ist der Moment, an dem Prävention neu ansetzen muss“, betont die Präsidentin der DDG.

Hormonersatztherapien könnten den Stoffwechsel günstig beeinflussen, seien aber keine allgemeine Lösung. Sie eignen sich vor allem bei ausgeprägten Beschwerden und niedrigem Gefäßrisiko. Wichtiger als Hormonersatzpräparate bleibe die Bewegung, betonte die Expertin, und fügte an:  „Muskeltraining steigert die Insulinempfindlichkeit, senkt Blutzucker und schützt Herz und Gefäße – nachhaltig und ohne Nebenwirkungen.“

Tipps für Frauen

Wissen ist der erste Schritt zur Prävention, fasste Szendrödi zusammen. „Wer versteht, wie sich der Körper verändert, kann gezielt gegensteuern und die Menopause als Chance nutzen. Sie ist ein Wendepunkt – und der Beginn einer neuen Stärkephase. Und somit können Frauen selbst gegensteuern, indem sie:

  • ihre Werte kennen: regelmäßige Kontrolle von Blutzucker, Blutfetten, Blutdruck und Leberwerten
  • sich bewegen: Zwei bis dreimal pro Woche gezieltes Muskeltraining, ergänzt durch Ausdaueraktivitäten 
  • sich gesund ernähren: viel Gemüse, Ballaststoffe und pflanzliche Fette – wenig Zucker und Fertigprodukte
  • ausreichend schlafen und Stress meiden: beides unterstützt den Stoffwechsel
  • sich beraten lassen: bei Bedarf kann individuell eine hormonelle Therapie helfen

Quelle: IDW

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