Wann die Migräne-Prophylaxe angezeigt ist

(kib) Ab wann bei einem Migräne-Patienten die medikamentöse Migräneprophylaxe angezeigt ist, bringt die Essener Kopfschmerzexpertin Dr. Astrid Gendolla, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, mit einem Satz auf den Punkt: „Die Indikation ist immer dann gegeben, wenn das planerische Gestalten der Zukunft migränebedingt nicht mehr möglich ist.“

20.03.2019

Junge Frau fasst sich an die Schläfen, Blitze zucken daraus hervor
© Foto: Konstantin Yuganov / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)
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Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn drei Attacken oder mehr pro Monat die Lebensqualität beeinträchtigen, wenn Migräneattacken länger als 72 Stunden dauern, die Kopfschmerzen unter der Akuttherapie nicht nachlassen oder wenn Patienten die Akuttherapie nicht tolerieren. Manche Patienten leiden unter komplizierten Anfällen mit lang andauernden Auren, manchmal liegt aber auch ein Übergebrauch von Migränemedikamenten vor.

Überhaupt gehe es bei der Migräneprophylaxe keinesfalls nur um die tägliche Einnahme bestimmter Medikamente, betonte Gendolla beim Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main.

„Migräne als Erkrankung des ganzen Menschen bedarf einer ganzheitlichen Behandlung“, betonte sie und zählte geeignete nichtmedikamentöse Maßnahmen auf, funktionelles Training etwa, Krankengymnastik oder die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), Entspannungsverfahren zur Schmerz- und Stressbewältigung.

Zur Behandlung gehören ebenso die regelmäßige Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, Schlafhygiene und das Führen eines Kopfschmerztagebuchs. Weiterhin wichtig sind realistische Behandlungsziele: Die Behinderung durch die Schmerzattacken soll reduziert, die Lebensqualität gesteigert werden.

Neben der medikamentösen Prophylaxe sind der Expertin zufolge Akupunktur und Sport wirksame nichtmedikamentöse Alternativen. Darüber hinaus sollten die Patienten darüber informiert werden, dass die Vorteile der Migräne-Prophylaxe nicht sofort spürbar sein werden, erklärte die Expertin.

Quelle: Ärzte Zeitung

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