kurz & bündig: Beratung zu Insektenschutz

Stiche oder Bisse von Insekten sorgen für Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötung, Pustelbildung, Schwellung oder Brennen. Zum Glück gibt`s Hilfe aus der Apotheke. Was PTA für die Beratung zu Repellenzien wissen müssen, haben wir kurz und bündig zusammengefasst.

von Kirsten Bechtold
30.04.2026

Kind mit Insektenschutznetz auf dem Kopf
© Foto: Onfokus, Getty Images/iStockphoto
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Basiswissen

Illustration: Mücke saugt Blut


© Foto: anuwat meereewee, Getty Images/iStockphoto

Stechen Insekten wie Mücken oder Bremsen, kann das mehrere Gründe haben. Der häufigste: Sie benötigen das Blut des Menschen als Nahrungs- und Fortpflanzungsgrundlage. Das gilt auch für Kriebelmücken, Läuse, Wanzen und Flöhe. Sie beißen allerdings, um an Blut zu kommen. Bienen und Wespen stechen hingegen, weil sie sich bedroht fühlen. Als Folge von Stich oder Biss kommt es zu Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötung, Pustelbildung, Schwellung oder Brennen. Bei Wanzen kann die Hautreaktion verzögert auftreten. Bremsenstiche bluten zudem oft nach. Kriebelmückenbisse sind häufig an einem Blutpunkt zu erkennen.

Das ist unangenehm, aber meist harmlos. In aller Regel verschwinden die Beschwerden nach einigen Stunden bis Tagen. Kratzen sollte jedoch vermieden werden, damit keine Bakterien in die Wunde gelangen und lokale Infektionen auslösen. Schutz vor Mücken- und Bremsenstichen sowie den Bissen der Kriebelmücke bieten Repellenzien. Sie bewahren meist auch vor Zeckenstichen. Zecken sind allerdings Spinnentiere und keine Insekten.

Fokus Kriebelmücke

Illustration: Mücken stechen Kind


© Foto: Surachet99, Getty Images

Die Kriebelmücke ist eine kleine bucklige Fliege. In Deutschland sind zurzeit etwa 57 Arten bekannt. Ihre Larven entwickeln sich bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit besonders gut. Forscher gehen davon aus, dass Kriebelmücken im Zuge der globalen Erderwärmung hierzulande bald deutlich häufiger vorkommen als bisher. Kriebelmücken fliegen den Menschen geräuschlos an. Mit ihren scharfen Beißzähnen raspeln sie die Haut auf und saugen die sich bildenden Blutstropfen ab. Der Speichel der Kriebelmücke betäubt zunächst die Wunde. Nach ein paar Minuten schmerzt sie stark, die Bissstelle schwillt an, und es entsteht ein kleiner Bluterguss.

Eine erste Maßnahme ist das Kühlen der Wunde. Antiallergische Gele mit Bamipin (z. B. Soventol Gel) oder Dimetinden (z. B. Fenistil Gel), Sticks (Tripelennamin, z. B. Azaron Stick) sowie Cremes mit Hydrocortison (z. B. FeniHydrocort 0,25 %, Systral Hydrocort 0,5 %) können helfen, den Juckreiz zu lindern. Zusätzlich schützen Repellenzien, lange Kleidung und geschlossenes Schuhwerk, insbesondere in der Nähe von Flüssen und Bächen. In Wohnungen kommt die Kriebelmücke eher nicht.

Fernreisen

Illustration: Welt und Reisesymbole


© Foto: Iuliia Anisimova, Getty Images

Einige Insekten wie die überwiegend tagaktiven Gelbfieber- und asiatischen Tigermücken übertragen Erreger wie das Gelbfieber-, Dengue-, Zika- und Chikungunya-Virus, die Anophelesmücke Parasiten der Gattung Plasmodium (Malariaerreger).

Am effektivsten vor ihren Stichen schützen Repellenzien mit Diethyltoluamid (DEET) oder Icaridin. Als tropentauglich gelten DEET-Konzentrationen von 30 bis 50 Prozent (z. B. Care Plus Anti-insect Deet Spray 40 %, Kdr. ab 13 J.) sowie Icaridin Konzentrationen von 20 bis 25 Prozent (z. B. Autan Defense Long Protection, 25 % Icaridin, Kdr. ab 2 J.). Auch die Kombination aus Icaridin (> 20 %) und Zitroneneukalyptusöl ist tropentauglich (Ilon Insektenschutzspray, Kdr. ab 2 J.). In Risikogebieten hat die Prävention eine besondere Bedeutung: Moskitonetze und das Tragen langer und dichter Kleidung machen es Insekten schwerer zu stechen.

Gemäßigte Breitengrade

Illustration: Salbe auf Hand


© Foto: Artis777, Getty Images

Für einen effektiven Schutz vor Insektenstichen und -bissen in Mitteleuropa reicht eine niedrigere Wirkstoffkonzentration für DEET (20 – 30 %) und Icaridin (10 – 20 %) in aller Regel aus. Repellenzien auf pflanzlicher Basis schützen mit ätherischen Ölen, zum Beispiel Eucalyptus-citriodora-Öl aus Zitroneneukalyptus (z. B. Anti Brumm Naturel, Kdr. ab 1 J.). Juckreizlindernd wirken neben den im Abschnitt Kriebelmücken genannten Topika auch rein kühlende Mittel, zum Beispiel in Form eines Roll-on-Stiftes mit Minz-, Eukalyptusöl, Dexpanthenol und Menthol (z. B. Mosquito Kühl-Stick) oder als Spray mit Aloe vera, Dexpanthenol und Ethanol (z. B. Soventol Anti-Juck Spray).

Konzentrierte Wärme im Bereich um 51 Grad Celsius (z. B. Bite away) mildert die Folgen eines Stichs oder Biss ab – je früher angewendet, desto effektiver. Die Wärmeanwendung unterbricht den neuronalen Juckreizsignalweg und verringert die Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen. Sind die Schmerzen stark, kann ein orales Analgetikum mit Paracetamol oder Ibuprofen helfen.

Beratungsplus

Illustration: Repellenzien


© Foto: Rudzhan Nagiev, Getty Images

Repellenzien müssen lückenlos auf alle freien Hautstellen (auch zwischen Fingern, Zehen, am Hals) aufgetragen werden. Die maximale Wirkzeit ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich. Faktoren wie starkes Schwitzen, hohe Luftfeuchtigkeit oder Kontakt mit Wasser verkürzen die Schutzdauer. Zuerst sollte der Sonnenschutz und etwa 20 Minuten später das Repellent aufgetragen werden. Wird der Schutz nicht mehr benötigt, sollte er abgewaschen werden. Augen, Schleimhaut oder verletzte Haut dürfen nicht mit den Repellenzien in Kontakt kommen. Wird dünne Kleidung getragen, sollte die Haut darunter eingesprüht werden und gegebenenfalls die Kleidung selbst.

Achtung: Manche Substanzen (z. B. DEET) greifen Textilien und Kunststoffe (z. B. Brillen, Uhren) an. Es gibt spezielle Sprays für Kleidung, beispielsweise mit dem Insektizid Permethrin (z. B. Nobite Kleidung Spray, Kdr. ab 2 J.). Das schützt bis zu vier Wochen, wenn das Kleidungsstück nicht vorher gewaschen wird. Bei einem Wespen- oder Bienenstich muss, sofern vorhanden, der Stachel umgehend mit einer Pinzette entfernt werden. Die Stichstelle anschließend sofort kühlen.

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