Lugol’sche Lösung: Nicht trinken!
Das BfR erklärt in einer aktuellen Pressemitteilung: „Der Jodgehalt der Lugol’sche Lösung ist außerordentlich hoch. So sind in einem Tropfen fünfprozentiger Lösung mehr als 6.000 Mikrogramm Jod enthalten." Zum Vergleich: Die empfohlene tägliche Jodzufuhr für Erwachsene liegt ab einem Alter von 13 Jahren bei lediglich 150 Mikrogramm. Somit führt schon die Einnahme minimaler Mengen Lugol’sche Lösung zu einer Überdosierung.
Bei einer exzessiven Jodaufnahme kann es bei schilddrüsengesunden Personen zu einer Blockade der Schilddrüsenhormonbildung kommen, die aber nach ein paar Tagen wieder aufgehoben wird. Bei Personen mit bestimmten Erkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis, oder beim ungeborenen Kind kann es sein, dass die Blockade bestehen bleibt und es somit zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommt.
Jodmangel vorbeugen
Wer regelmäßig jodliefernde Lebensmittel wie Fisch und Milchprodukte verzehrt und im Haushalt Jodsalz verwendet, ist in der Regel ausreichend mit Jod versorgt. Insbesondere Menschen, die beispielsweise aufgrund einer veganen Lebensweise auf Milch und Milchprodukte sowie Fisch verzichten, sollten ebenso wie Schwangere und Stillende nach Ansicht des BfR ihre Jodversorgung im Blick behalten. Sie sollten, gegebenenfalls nach ärztlichem Rat, Jod supplementieren.
Wer Jod ergänzen möchte, sollte auf Nahrungsergänzungsmittel mit höchstens 100 Mikrogramm (bei Schwangeren und Stillenden 150 µg) Jod pro Tagesdosis in Form von Natrium- oder Kaliumjodat oder -jodid zurückgreifen. Für die Supplementierung sollten die regulär auf dem Markt erhältlichen, den Vorgaben der Nahrungsergänzungsmittelverordnung entsprechenden Produkte genutzt werden.
Die Lugol’sche Lösung zählt nicht zu solchen Produkten. Sie erfüllt die Anforderungen, die in der Europäischen Union an Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel gestellt werden nicht.
Was ist die Lugol’sche Lösung?
Dem französischen Arzt Jean Guillaume Lugol gelang es im 19. Jahrhundert, schwer lösliches elementares Jod mithilfe von Kaliumjodid in destilliertem Wasser zu lösen. Die nach ihm benannte Lugol’sche Lösung besteht neben demineralisiertem Wasser aus fünf Prozent elementarem Jod und zehn Prozent Kaliumjodid. Früher wurde die Lösung zur Desinfektion von äußeren Wunden genutzt. Heute wird die Lösung nur noch als Laborchemikalie zum Nachweis von Stärke eingesetzt.
Quelle: BfR