Ozempic: Fälschungsverdacht analytisch bestätigt

(kib) Seit Oktober warnen Behörden aus mehreren Staaten vor gefährlichen Fälschungen des Arzneimittels Ozempic. Nun liegen die Ergebnisse der analytischen Untersuchung durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe vor: Statt Semaglutid ist Insulin glulisin enthalten.

01.12.2023

Forscherin gibt Daten in den Computer ein
© Foto: YURIMA / Stock.adobe.com /Symbolbild mit Fotomodell)
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Derzeit stehen einzelne Ozempic-Chargen unter Fälschungsverdacht. Aufgefallen sind die Fälschungen, weil sich das Aussehen der original Fertigspritzen vom Aussehen der gefälschten Fertigpens deutlich unterscheidet.

Außerdem wurden in Österreich Personen, die diese verdächtigen Fertigspritzen angewendet hatten, mit typischen Symptomen einer Hypoglykämie in Krankenhäuser eingeliefert.

Ähnlichkeit mit Insulinpen

Wie es in einer Mitteilung des CVUA Karlsruhe heißt, lag wegen der Ähnlichkeit mit dem Insulinpen Apidra-Solostar der Verdacht nahe, dass es sich bei den Fälschungen um umettiketierte Insulinpens handeln könnte.

Dieser Verdacht hat sich nun bestätigt. In der Injektionslösung der verdächtigen Fertigspritzen wurde der Wirkstoff Insulin glulisin identifiziert. Für die Analyse nutzten die CVUA-Mitarbeitenden verschiedene Methoden: die Flüssigchromatographie gekoppelt mit hochauflösender Massenspektrometrie und die Kernspinresonanzspektroskopie.

Insulin glulisin und Semaglutid
  • Insulin glulisin ist ein schnell und kürzer wirksames Insulin. Solche Insuline können eine akute Unterzuckerung verursachen. Bei zu hoher Dosis kann das zu einem lebensbedrohlichen Koma führen.

  • Semaglutid ist ein langsam und indirekt wirkender Blutglukosesenker. Es erhöht die Insulinausschüttung durch Bindung an bestimmte Rezeptoren, was den Blutglukosespiegel absenkt.

Fazit

Die Verwendung von gefälschten Ozempic-Pens kann für Patientinnen und Patienten lebensbedrohlich sein. Daher dürfen nur Produkte verwendet werden, die auf Rezept über legale Vertriebswege bezogen wurden. Das CVUA Karlsruhe wird auch weiterhin verdächtige Produkte untersuchen, um Patientinnen und Patienten vor Fälschungen zu schützen.

Quelle: CVUA Karlsruhe

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