kurz & bündig: Beratung zu Vitamin D

Unser Körper kann mit Hilfe von Sonnenlicht in der Haut Vitamin D herstellen. Über Lebensmittel lässt sich der Bedarf in aller Regel nicht decken. Was Sie für die Beratung zu Vitamin D wissen müssen, haben wir Ihnen kurz und bündig zusammengefasst.

von Kirsten Bechtold
30.01.2026

Frau im Winter draußen
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Basiswissen

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Illustration Tropfen Vitamin D


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Ein guter Vitamin-D-Status scheint gesundheitlich vorteilhaft. Von einem Mangel spricht man bei Serumkonzentrationen des Markers 25-Hydroxyvitamin-D unterhalb von 30 nmol/l. Gut versorgt ist der Mensch bei einer Blutkonzentration dieses Markers von mindestens 50 nmol/l. Die derzeitige Datenlage bestätigt, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung bei älteren Menschen das Risiko für Stürze, Knochenbrüche, Kraftverlust, Mobilitäts- und Gleichgewichtseinbußen sowie vorzeitigen Tod senken kann.

Verschiedene Studien zeigen für Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus positive Effekte. Eine Metaanalyse lässt den Schluss zu, dass Dosen von über 2.000 I.E./d tendenziell depressive Symptome bessern können, beispielsweise bei Müttern mit perinataler Depression. Ob das tatsächlich so ist, lässt sich nicht abschließend sagen. Eine generelle Empfehlung zur vorbeugenden Einnahme von Vitamin-D-haltigen Präparaten ist zurzeit nicht möglich. Ein Vitamin-D-Mangel sollte auf jeden Fall vermieden werden.

Bedarf decken

Illustration Vitamin D


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Der Körper kann mit Hilfe von Sonnenlicht in der Haut Vitamin D herstellen. Laut einer gemeinsamen Empfehlung des Bundesamts für Strahlenschutz und des UV-Schutz-Bündnisses reicht es dafür aus, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Hälfte der minimalen sonnenbrandwirksamen UV-Dosis auszusetzen. Das entspricht der Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekäme Beispiel: Für Menschen mit Hauttyp II wäre dies rein rechnerisch bei UV-Index 7 eine Bestrahlungszeit von circa zwölf Minuten.

Über Lebensmittel lässt sich der Bedarf in aller Regel nicht decken. Zwar enthalten Fettfische (z. B. Hering, Lachs, Makrele) nennenswerte Mengen. Über Butter, mit Vitamin D angereicherte Margarine, Eigelb und einige Speisepilze (z. B. Shiitakepilze, Champignons) nimmt der Mensch etwas Vitamin D auf. Das reicht jedoch nicht. Bei fehlender Eigenproduktion rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) daher, Vitamin D zu supplementieren, und zwar 20 µg/d (800 I.E./d).

Nahrung ergänzen

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Neben Arzneimitteln mit eindeutiger Indikation gibt es zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel in unterschiedlichen Darreichungsformen und Dosierungen (z. B. Vitamin D 800 I.E. Kps., Dekristol 1.000 I.E. Tbl., Vigantol 2.000 I.E. Weichgummis, Vitamin D-Loges 7.000 I.E. Weichkps.).

Laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit liegt die tolerierbare Obergrenze für die Zufuhr bei 100 µg Vitamin D (4.000 I.E.) für Kinder ab elf Jahren, Jugendliche und Erwachsene, für jüngere Kinder bei 50 µg (2.000 I.E.).

Die Grenzen beziehen sich auf alle Lebensmittelquellen, einschließlich angereicherter Lebensmittel. Flüssige Darreichungsformen bergen die Gefahr einer Überdosierung. Mit besonderer Vorsicht sind sie daher bei Säuglingen und Kleinkindern einzusetzen. Die Einnahme hochdosierter Vitamin-D-Präparate sollte nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen, zumal Vitamin D als fettlösliches Vitamin im Fett- und Muskelgewebe gespeichert werden kann.

Risikogruppen

Illustration Sonnenschein


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Verschiedene Faktoren (z. B. Jahreszeit, Aufenthaltsdauer im Freien, Hauttyp, Alter) beeinflussen, wie effektiv die Eigenproduktion ist. Manche Menschen haben daher ein erhöhtes Risiko für eine suboptimale Versorgung. Hierzu zählen Personen, die sich kaum im Freien aufhalten, aus religiösen Gründen nur mit komplett bedecktem Körper nach draußen gehen, Mobilitätseingeschränkte, chronisch Kranke, Pflegebedürftige und Säuglinge.

Diese individuellen Unterschiede machen gegebenenfalls eine Supplementation erforderlich. Zur Rachitisprophylaxe wird zum Beispiel für Säuglinge empfohlen, Vitamin D für zwölf bis 18 Monate zu supplementieren (z. B. Vigantol 500 I.E.). Da im Alter die Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu bilden, deutlich abnimmt, kann auch für Senioren eine Supplementation empfehlenswert sein.


Beratungsplus



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Sonnenschutzmittel, Hautcremes und Make-up mit (hohem) Lichtschutzfaktor können die körpereigene Vitamin-D-Synthese in der Haut verringern. Einen Mangel verursachen sie nicht. Wer Vitamin D supplementiert, sollte besser zu Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln greifen als zu angereicherten Lebensmitteln (z. B. Saft), da die Dosierung exakter ist. Sinnvoller als hohe Einzeldosen im Abstand von Wochen ist die tägliche (oder wöchentliche) Einnahme von niedrigdosierten Präparaten.

Sehr hohe Dosen (z. B. 500 µg/20.000 I.E. alle 20 d) können das Risiko von Knochenbrüchen und Stürzen erhöhen. Zeichen eine Überdosierung sind erhöhte Calciumspiegel, die akut zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen und Erbrechen führen, die Nieren schädigen und Herzrhythmusstörungen hervorrufen können. Klassisch wird Vitamin D aus Wollfett von Schafen hergestellt. Es gibt aber vegane Produkte, bei denen Vitamin D aus Flechten oder Pilzen gewonnen wird.

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