kurz & bündig: Beratung zur Abnehmtablette
- Orales Semaglutid (Wegovy) bietet Patienten mit Übergewicht und Adipositas eine neue Therapieoption, die bei korrekter Anwendung zu einer signifikanten Gewichtsreduktion führt.
- Der spezielle Resorptionsverstärker SNAC ermöglicht die Aufnahme im Magen, erfordert in der Praxis jedoch strikte Einnahmehinweise wie absolute Nüchternheit.
- Für eine erfolgreiche Beratung ist es essenziell, die Patienten bei Dosierungsschritten, dem Nebenwirkungsmanagement und begleitenden Lebensstiländerungen zu unterstützen.
Hintergrund
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Semaglutid-Tabletten (Wegovy) zur Gewichtsreduktion sind seit September in einer Dosierung von 1,5, vier, neun und 25 Milligramm für Menschen mit starkem Übergewicht (BMI ≥ 27 kg/m² bis < 30 kg/m²) und Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m²) erhältlich. Semaglutid ist ein Glucagon-like Peptide-1(GLP-1)-Rezeptoragonist, das selektiv GLP-1-Rezptoren aktiviert, die im Gehirn, aber auch im Herzen, in den Gefäßen oder Nieren sitzen und den Appetit und die Kalorienaufnahme regulieren.
Studien zeigen, dass Semaglutid das Sättigungs- und Völlegefühl sowie die Kontrolle über das Essverhalten erhöht und die Vorliebe für sehr fetthaltige Nahrungsmittel vermindert. Außerdem senkt es glukoseabhängig den Blutzuckerspiegel und verlangsamt die Magenentleerung. Auch zeigt der Wirkstoff in Studien eine positive Auswirkung auf die Plasmalipide, senkt den systolischen Blutdruck und reduziert Entzündungen.
Resorptionsvermittler
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Bei der Einnahme von Semaglutid bedient man sich des Resorptionsvermittlers Salcaprozat-Natrium (SNAC). Der SNAC zugrundeliegende Mechanismus ist nicht komplett geklärt. Es soll die passive transzelluläre Permeation durch das Dünndarmepithel steigern, indem es durch nicht kovalente Komplexbildung mit Makromolekülen deren Lipophilie erhöht. In Zusammenhang mit oral verabreichbarem Semaglutid wird postuliert, dass SNAC den pH-Wert im Magen lokal auf etwa pH 5 erhöht, was zur Bildung von Semaglutid-Monomeren führt.
Durch die pH-Verschiebung werden Verdauungsenzyme wie Pepsin gehemmt, Semaglutid wird so vor proteolytischem Abbau geschützt. SNAC sorgt ferner für eine reversible Membranverflüssigung, sodass monomeres Semaglutid das Magenepithel passieren kann und hauptsächlich im Magen resorbiert wird.
Einnahmehinweise
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Die Anfangsdosis beträgt 1,5 Milligramm Semaglutid pro Tag. Um Nebenwirkungen vorzubeugen, wird nach vier Wochen in Abständen von mindestens je vier Wochen über vier und neun Milligramm auf die Erhaltungsdosis von 25 Milligramm erhöht. Wichtig ist, die Tabletten unzerkaut, auf nüchternen Magen (mind. 8 h n. d. letzten Mahlzeit) morgens mit bis zu einem halben Glas Wasser (max. 120 ml) einzunehmen.
Müssen weitere Oralia verabreicht werden oder wollen die Kunden essen und trinken, beträgt die Wartezeit nach der Einnahme von Semaglutid mindestens 30 Minuten, um die Resorption im Magen nicht zu gefährden. Wurde die Einnahme vergessen, sollen die Tabletten nicht mehr nachträglich verabreicht werden. Kunden, die bereits eine Therapie mit subkutanem Semaglutid (2,4 mg) erhalten, können eine Woche nach der letzten Injektion auf orales Semaglutid (25 mg) umsteigen.
Verträglichkeit
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Vor allem zu Behandlungsbeginn, aber auch nach jeder weiteren Dosisanpassung von Semaglutid können unerwünschte Wirkungen auftreten. Häufig klagen Kunden nach der Einnahme über Müdigkeit und Kopfschmerzen bis hin zu gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung sowie Bauchschmerzen. Diese Nebenwirkungen lassen sich durch eine Umstellung der Essgewohnheiten abmildern.
Raten Sie den Kunden dazu, nur bei Hungergefühl und immer nur in mehreren kleinen Portionen zu essen und die Mahlzeiten bewusst zu genießen. Empfehlenswert sind fettarme, nicht zu scharfe und zu süße Lebensmittel. Hochverarbeitete Lebensmittel, die nur einen geringen Nährwert haben und oft viel Salz und Fett enthalten, sollten vom Speiseplan gestrichen werden. Vorsicht gilt bei Rohkost, sie kann auftretende Blähungen verstärken. Getränke wie Wasser oder Tee sind bekömmlicher, wenn man sie über den Tag verteilt in kleinen Portionen trinkt. Verzichten sollten Abnehmwillige auf Alkoholika, da sie die Magenschleimhaut reizen.
Abnehmerfolge sichern
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Menschen, die langfristig abnehmen wollen, müssen neben einer Umstellung der Ernährungsgewohnheiten körperliche Bewegung zum Verbrennen von Kalorien als weiteren festen Baustein in ihren Alltag integrieren. Welche Aktivität in Frage kommt, ist individuell verschieden und sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Die Bewegungseinheiten sind so zu wählen, dass sie den Betroffenen Spaß machen und sie motiviert sind, mindestens zweimal in der Woche zu trainieren.
In einer Gruppe von Gleichgesinnten, die sich gegenseitig anspornen und mitziehen, fällt das oft viel leichter als allein. Raten Sie dazu, das Sportprogramm langsam und an das eigene Fitnesslevel angepasst zu beginnen. Zum Einstieg und zur Verbesserung der Ausdauer eignen sich für Menschen mit Übergewicht und Adipositas zum Beispiel Spaziergänge. Auch Schwimmen und Radfahren verbessern die Ausdauer und stabilisieren das Herz-Kreislauf-System. Krafttraining fördert den Aufbau von Muskelmasse und kurbelt den Stoffwechsel an. Beim Abbau von Stress und zum Training des Gleichgewichts kann außerdem Yoga hilfreich sein.