PTA im Praktikum: R wie Rezeptur

Für die Herstellung von Rezepturen sind Sie mit dem Grundlagenwissen aus der PTA-Schule gut gewappnet. Die zeitliche Koordination verschiedener Rezepturen und Defekturen kann jedoch zu Beginn im oft hektischen Apothekenalltag etwas schwierig sein. Diese Tipps und Tricks helfen Ihnen während des PTA-Praktikums.

von Sarah Siegler
10.09.2026

Becherglas in der Rezeptur
© Foto: Sarah Siegler
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  • Ein strukturiertes Zeit- und Hygienemanagement bildet die Basis für einen reibungslosen Ablauf bei der Rezepturherstellung.
  • Vor jeder Anfertigung ist eine dokumentierte Plausibilitätsprüfung gemäß Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) zwingend erforderlich genauso wie die Erstellung einer Herstellungsanweisung.
  • Exaktes Arbeiten und Teamwork schützen vor Fehlern und bringen die nötige Routine im Apothekenalltag.

Die Richtlinie der Bundesapothekerkammer (BAK) zur Durchführung der praktischen Ausbildung zur/zum PTA beinhaltet einen Musterausbildungsplan. Dieser sieht vor, dass bereits im ersten Monat der praktischen Ausbildung im Bereich Rezeptur gearbeitet wird. 

Aktueller Podcast

Die Einarbeitung erfolgt im Vier-Stufen-Prinzip. Zuerst wird eine Aufgabe erklärt, vorgemacht, dann nachgemacht und anschließend selbstständig eingeübt. Dieses Prinzip wird über alle sechs Monate Ihres Praktikums beibehalten. 

Für den Arbeitsbereich der Rezeptur befinden sich in der BAK-Richtlinie drei Arbeitsbögen, die abgearbeitet werden müssen:

Vor Beginn der Rezepturtätigkeit erfolgen verschiedene Unterweisungen. Analog zur Gefahrstoffunterweisung im Labor gibt es vor der Arbeit in der Rezeptur eine Hygieneunterweisung. Diese dient dazu, Sie mit dem apothekeneigenen Hygienemanagement vertraut zu machen. Dabei wird die richtige Händedesinfektion geübt, und Sie lernen die in der Apotheke vorhandenen Schutzkleidung kennen. 

PTA Praxis: Rezeptur

Für die Arbeit im Labor sind PTA mit dem Grundlagenwissen aus der PTA-Schule gut gewappnet. Für alle weiteren Fragen gibt es die Fachartikel, Podcasts und Videos von DAS PTA MAGAZIN rund um das Thema Rezeptur. 

Hygiene und Zeitmanagement 

Aus hygienischen Gründen sollten Sie in der Rezeptur lange Haare stets zusammenbinden. Ferner sind die Fingernägel kurz zu halten. Empfehlenswert ist es zudem, möglichst keine künstlichen Nägel oder Nagellack zu tragen. Schmuck wie Ringe oder Armbanduhren müssen vor der Arbeit zwingend abgelegt werden. 

Anschließend ist es hilfreich, sich den ganzen Labor- und Rezepturbereich zunächst von einer Kollegin bzw. einem Kollegen zeigen zu lassen. Beherrschen Sie das Eingeben von Rezepturen ins Rezepturprogramm sowie das Bedrucken von Etiketten und Rezepten, können Sie fast schon durchstarten. 

Ein wichtiger Aspekt im PTA-Praktikum ist das Zeitmanagement, vor allem dann, wenn an einem Tag mehrere Rezepturen hergestellt werden müssen: 

  • Welche Rezeptur muss ich zuerst erledigen?
  • Wie lange wird das Herstellen der Rezeptur dauern?
  • Muss noch ein Ausgangsstoff bestellt werden?
  • Sind alle Substanzen in ausreichender Menge vorhanden? 

Plausibilitätsprüfungen nach Apothekenbetriebsordnung 

Die Apothekenbetriebsordnung sieht vor, dass eine Rezeptur vor der Herstellung auf Plausibilität geprüft und eine Herstellungsanweisung erstellt werden muss. Für häufig verordnete Rezepturen ist beides in der Apotheke oft schon vorhanden. Fehlen die Prüfungen beziehungsweise das Protokoll, müssen diese erstellt und von der diensthabenden Apothekerin bzw. vom diensthabenden Apotheker unterzeichnet werden. Erst dann dürfen Sie zur Herstellung übergehen. 

Fachliteratur als Hilfsmittel 

Fachliteratur erleichtert die Plausibilitätsprüfung und das Erstellen einer Herstellungsanweisung enorm. Für den Anfang sehr praktisch und übersichtlich ist zum Beispiel der der Plausibilitäts-Check Rezeptur (Andreas S. Ziegler, 6. Auflage 2022, ISBN 978-3-7692-7827-9). Hiermit können Sie empfohlene Wirkstoffkonzentrationen, pH-Werte und viele weitere Fakten im Nu in Erfahrung bringen. 

Mit Teamgeist und maschineller Unterstützung 

Das Arbeiten im Team zusammen mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen gibt Ihnen Sicherheit beim Herstellen Ihrer ersten Rezepturen: Einwaagen werden gegengezeichnet, Ausgangsstoffe und Berechnungen im Vier-Augen-Prinzip auf Richtigkeit kontrolliert. 

Elektrische Rührsysteme erleichtern Ihnen die Arbeit im Rezepturalltag deutlich. Doch nicht jede Rezeptur kann darin hergestellt werden. Machen Sie sich daher schnell mit dem Handbuch des in Ihrer Apotheke vorhandenen Gerätes vertraut. 

Auch Ihre Kollegen und Kolleginnen haben die Apothekensoftware nicht vom ersten Arbeitstag an vollständig beherrscht. Haben Sie also keine Angst, wenn Sie sich im Rezepturprogramm nicht gleich zurechtfinden. 

Die Wahl der richtigen Ausgangsstoffe und des richtigen Primärpackmittels ist für die korrekte Taxation zur Abrechnung mit den Krankenkassen entscheidend. Haken Sie bei Unsicherheiten also lieber zwei Mal nach. 

Fehler in der Rezeptur können lebensgefährliche Folgen haben.
 

Präzision schützt vor Fehlern 

Die Arbeit in der Rezeptur erfordert exaktes Arbeiten. Hier darf nichts schieflaufen. Falsch hergestellte Rezepturen können für die Apothekenleitung nicht nur teuer werden, sondern bei der Abgabe an die Kundschaft sogar lebensbedrohliche Folgen haben. Routine ist unerlässlich, um sich bei diesen Arbeiten sicher zu fühlen. Darum ist es wichtig, dass Sie während Ihrer Praktikumszeit genügend Zeit in der Rezeptur verbringen. 

Sollte dies im Apothekenalltag untergehen, sprechen Sie das Thema aktiv bei der Apothekenleitung an. Umgekehrt sollten Sie sich aber auch nicht nur in der Rezeptur verkriechen, schließlich gehört auch die wichtige Arbeit im Backoffice und in der Offizin zu einem erfolgreichen PTA-Praktikum.

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