PTA im Praktikum: T wie Tagebuch

Der zweite Prüfungsabschnitt der PTA-Ausbildung umfasst eine 20 bis 30 Minuten dauernde, mündliche Prüfung im Fach Apothekenpraxis. Um hierfür zugelassen zu werden, muss während der praktischen Ausbildung in der Apotheke ein Tagebuch angefertigt werden. Mit diesen Tipps haben Sie es als angehende PTA bei der Erstellung deutlich leichter.

von Sarah Siegler
14.09.2026

Sarah Siegler zeigt dem PTA-Praktikanten ein Muster-Tagebuch
© Foto: Sarah Siegler
Anzeige
  • Ein formal korrektes Tagebuch mit Herstellungs- und Prüfprotokollen ist Pflicht für die PTA-Prüfung.
  • Stimmen Sie sich frühzeitig mit der Apotheke ab, um während des PTA-Praktikums ausreichend Zeit für die Erstellung zu haben.
  • Gründliche Recherche und saubere Ausarbeitungen bereiten Sie optimal auf die mündliche Prüfung vor.

Neben apothekenspezifischen und praktischen Tätigkeiten in der Apotheke ist auch das PTA-Tagebuch Gegenstand der Prüfung. Allein deshalb ist es sinnvoll, sich Mühe bei der Gestaltung und Ausarbeitung zu geben. 

Aktueller Podcast

Formale Anforderungen 

Das Tagebuch setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen. Die speziellen Vorgaben der von Ihnen besuchten PTA-Schule sind bei der Gestaltung exakt zu beachten. 

In der Richtlinie der Bundesapothekerkammer (BAK) zur Durchführung der praktischen Ausbildung zur/zum PTA befinden sich die Arbeitsbögen 3 und 4 zur Prüfung der Ausgangsstoffe und Herstellung von Rezepturarzneimitteln. Diese überschneiden sich inhaltlich mit der Erstellung des Tagebuches.  

Die beiden Arbeitsbögen berücksichtigen Mindestanforderungen für die Prüfung und Herstellung und sind somit sehr hilfreich für die Vorbereitung des Tagesbuches. 

Auf dem Deckblatt sind Vor- und Zuname sowie die Anschrift der Apotheke zu nennen. Auf Seite 2 folgt das Inhaltsverzeichnis. Zur besseren Übersicht ist eine durchgehende Seitennummerierung gefordert. Ab Seite 3 beginnt der eigentliche Inhalt: Pflicht sind hier die Beschreibungen von vier Arzneimittelherstellungen inklusive Herstellungsprotokoll sowie vier Prüfungen von Arzneimitteln oder Ausgangsstoffen, ebenfalls inklusive Prüfprotokoll.
Des Weiteren sind zwei Themen aus der Apothekenpraxis frei auszuarbeiten. 

Ausgedruckt kann das Tagebuch in Form eines Ringordners oder auch in gebundener Form abgegeben werden. Mit Fotos und Grafiken ansprechend gestaltet, macht es bei den Prüfern garantiert Eindruck. Für Sie selbst ist es eine schöne Erinnerung an die Zeit Ihres PTA-Praktikums. 

Klare Absprachen treffen 

Die für das Tagebuch notwendigen Arbeiten müssen Sie als PTA im Praktikum selbstständig in der Apotheke durchführen. Das bedarf allerdings einiger Routine, die Sie nur durch eine gute Einarbeitung in den Bereichen Rezeptur und Labor durch erfahrene Teammitglieder erlangen. 

Deshalb ist es wichtig, dass Sie von Beginn des Praktikums an genug Zeit für diese Aufgaben bekommen und Ihnen betreuende Kollegen zur Seite stehen. 

Am besten sprechen Sie gleich zu Praktikumsbeginn mit der Apothekenleitung und erstellen gemeinsam einen Zeitplan. Im Rahmen der Praxisanleitung der PTA-Auszubildende sind generell regelmäßige Gespräche erforderlich. 

Darüber hinaus gibt es gemäß der Richtlinie zur Durchführung der praktischen Ausbildung auch übergeordnete Fachgespräche (mind. einmal im Monat) zum Fortschritt und weiteren Verlauf der Ausbildung. Ein zentrales Thema sollte dabei stets Ihr Tagebuch sein. 

Um keine zusätzlichen Kosten für den Ausbildungsbetrieb zu verursachen, empfiehlt es sich, Individualrezepturen oder Defekturen für das Tagebuch auszuwählen, die ohnehin im Apothekenalltag anfallen. Die schriftliche Ausarbeitung erfolgt dann im Regelfall nach Dienstschluss zu Hause. 

Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie zudem vorab klären, inwieweit Sie den apothekeneigenen PC sowie den Drucker für Ihre Arbeit am Tagebuch nutzen dürfen. 

Rezepturen 

Um ein möglichst großes Spektrum abzudecken, bietet es sich hier an, vier verschiedene Darreichungsformen zu wählen, zum Beispiel Salben, Kapseln, Teemischungen und Lösungen. Die enthaltenen Wirkstoffe sollten Ihnen gut bekannt sein, Hintergrundwissen dazu gehört sorgfältig recherchiert. 

Um für alle eventuellen Prüfungsfragen gewappnet zu sein, empfiehlt es sich, neben dem Herstellungsprotokoll inklusive der Inprozess-Kontrollen auch die Plausibilitätsprüfung und Herstellungsanweisung, bei Defekturen auch das Prüfprotokoll sowie die Risikobeurteilung, zu erstellen und diese dem Tagebuch beizulegen. Der Herstellungsprozess lässt sich zudem hervorragend durch Fotos dokumentiert werden. 

Prüfungen 

Hier sollten Sie ebenfalls auf Ausgangsstoffe zurückgreifen, deren Eingänge ohnehin geprüft werden müssen. Prüfen Sie vorab, ob die dazu notwendigen Apparaturen und Chemikalien in der Apotheke vorhanden sind. Schließlich lässt sich nicht alles, was im Arzneibuch an Prüfungen beschrieben ist, in jeder Apotheke mit der Standard-Grundausstattung durchführen. 

Viele Prüflösungen müssen erst hergestellt werden, was mitunter sehr zeitaufwändig und kostenintensiv sein kann. Neben dem Prüfprotokoll ist die Prüfung selbst für das Tagebuch kurz zu beschreiben. Chemisches Hintergrundwissen, wie Reaktionsgleichungen, können Sie hier direkt mit aufführen und erläutern. 

Apothekenpraxis 

In diesem Abschnitt sollen zwei Themen aus dem Berufsalltag vorgestellt werden. Diese können Beratungssituationen oder auch rechtliche Themen sein. Eine fundierte Recherche mit seriösen Quellenangaben bildet die Basis dieser Ausführungen. Neben dem Internet sollten vor allem Fachbücher genutzt werden, die in den meisten Apotheken vorhanden sind.  

BAK-zertifizierte Fortbildungen und eTrainings 

Auch die Fachzeitschrift DAS PTA MAGAZIN bietet Ihnen ein breites Themenspektrum zum Recherchieren und Lernen an. Verschaffen Sie sich auf unserer Homepage einen Überblick, zum Beispiel über unsere aktuellen zertifizierten Fortbildungen und unsere eTrainings. 

Je fundierter Ihr Wissen ist, desto besser sind Sie auf die Nachfragen, die während der mündlichen Prüfung gestellt werden, vorbereitet. 

Kommentar schreiben

Die Meinung und Diskussion unserer Nutzer ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie im Sinne einer angenehmen Kommunikation auf unsere Netiquette. Vielen Dank!

Pflichtfeld *